The wedding



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Ein Kinderfest an einem Regentag. Es lärmt und wuselt, es lacht und knallt. Kinderaugen leuchten und funkeln, nur die erwachsenen Gesichter passen sich der grauen Himmelsdecke an und wirken bedeckt. Irgendwann schweift mein Blick nach oben, da wo die Regenplanen das “Unheil” einzudämmen versuchen. Und da findet sie ganz leise statt, die Hochzeit. Aus der Plane wird ein wunderschöner Schleier für den Baum…

Ich merke mir: auch bei Regentagen sollte ich den Blick hin und wieder gen Himmel richten…


A kids party on a rainy day. It rustles and bustles, it laughs and pops. Children’s eyes shine and sparkle, only the adult faces adapt to the gray sky and seem to get dull. Eventually I gaze upwards, where the rain tarp tries to contain the “mischief”. And there the wedding takes place, very quietly. The tarp turns into a beautiful wedding veil for the tree …

Note to self: even on rainy days, I shall lift the eyes from the ground and gaze into the skies…

Yours truly


Belpau impression



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So oft ist die exakte Dokumentation einer Szene in meiner Empfindung nicht in der Lage, die Wahrnehmung des Moments, die Fülle der Faszinations-Quanten in einen zweidimensionalen Rahmen zu pressen. Wie befreit man das Licht und die Farben? Wie gibt man dem Tanz der Formen und Leerräume seine Bühne zurück? Ein Versuch…

Ich freue mich auf deine Reaktion.


In my opinion, so very often an exact documentation of a scene isn’t able to capture the perception of a moment, to combine the richness of sparks of fascination into a two dimensional frame. How to liberate light and colors? How to bring the dance of forms and voids back to the stage? An attempt…

I’m looking forward to your feedback.

Yours truly


Bern bewegt (2012) – kommentiert

Schon einmal hier gepostet. Nun aber mit meinem direkten Kommentar, und damit mit einem
Einblick in meine Interpretation der Bilderreihe.

Ich empfehle von Beginn weg das Stück “Bolero” von Maurice Ravel laufen zu lassen.
Für die ersten drei Bilder sind das je 5 Minuten Musik. Der Höhepunkt liegt beim
dritten Bild. Danach würde in meiner Interpretation ein Decrescendo einsetzen und
bis zum fünften Bild wieder die Ausgangsdynamik einsetzen.

Ich verstehe die Bilder als “Buch”, als Gesamtwerk, auch wenn ich selber jedem Bild
gerne als Individuum begegne. Ganz so wie ein Kapitel einer Geschichte für sich gelesen werden sollte,
um dann zum Teil der ganzen Geschichte zu werden.

So lese ich eure Interpretationen und Gewichtungen sehr gerne.
Sie lassen mich meine Geschichte ergänzen, re-interpretieren.



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Das erste Bild ist mein Einstieg und Abschied in der Geschichte.
Ohne Abschied kann es am Schluss keine Ankunft geben.
Abschied aus einer Welt die ich noch kenne, an der ich noch Details fixiere und benenne.
Es ist auch der Abschied von dem Gedanken-zentrierten Erleben.
Es ist nicht die Bewegung der Fahrt, die verschwimmen lässt,
sondern viel mehr der Beginn des Loslassens.
Immer mehr zieht sich der Blick aus dem Heute, aus dem Alltag,
den Plänen und Vorgaben des “normalen” Lebens zurück und
entschwindet in eine Welt des (kindlichen) Staunens.
Einfach Dinge ziehen lassen, wie die Wolken am Himmel,
Augenblicke einfach aus sich heraus leuchten lassen.




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Das zweite Bild enthält noch die kühle Basis der Ratio, wird aber schon verzaubert
von den fliegenden Lichtern. Gedanken lassen ihre punktuelle Wirkung gehen und
werden zu Vektoren durch Raum und Zeit.
(Die Lichtstriche in der Tiefe sind keine Spiegelungen sondern kommen von Lampen
die über einem mehrspurigen Güterbahnhofs-Bereich hängen).




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Das dritte Bild wird zur sinnlichen, ja vielleicht ekstatischen Erfahrung.
Lust am Sehen, Eindrücke von sensueller Intensität, wie ich sie sonst eher nach
ganz langen Fotoworkshops erfahren habe. Gestern und Morgen sind bedeutungslos.
Formen erscheinen zwar auf dem Bild, aber nicht in der Wahrnehmung vor Ort.
Hier muss jede bildliche Form komplett inadäquat sein und bleiben.
Zumindest wenn sie alleine auftritt.
Im Verlaufe des Bildes 3 gelangen wir zur Schlussphase des Stücks Bolero.




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Das 4. Bild ist der Übergang zurück. Im Hintergrund ziehen die Lichter, Töne und Gefühle
wie eine Kulisse vorbei, sind noch gross und stark aber schon etwas ferner,
denn da ist das Signal: hier lang. Hier gehts zurück zum Alltag.
Das Schild wirkt für mich wie der Wecker mitten in einem Lusttraum.
Erst zögerlich dringt es ein, aber irgendwann ist es das einzige, was noch Bestand hat
und es drängt zum Verlassen der unbeschreiblichen Sphäre, zum Wiedereintritt in das,
was im Bild 1 noch da war. Das Leuchten am Horizont ist noch Bote dessen,
was war, die Türme und Bauten, die Fragemente der Lichter ziehen noch, aber ich,
ich bin schon aus diesem Fluss heraus gelöst, nein, herausgerissen worden. Das
Schild wirkt.




So ist Bild 5 noch im Geiste des Loslassens, aber schon im Bewusstsein, dass es nun eine Ankunft gibt.
Eine Ankunft zurück in einer Welt, die die Lust am Moment zum grössten Teil verloren hat.

Einen schönen Montag…


Protuberanz



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Irgendwo im Innersten steckt die geballte Kraft, die Energie, die alles transformieren kann. Nun gilt es, immer wieder eine dieser Protuberanzen zu provozieren, damit das Potenzial nicht nur vor sich hin glüht, sondern seinen Weg in die Welt findet.


Somewhere in the core, there’s this combined power, the energy that can transform everything. The task is to provoke one of these solar prominences, so that the potential not only glows for itself, but finds its way into the world.

Yours truly


Iceberg



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Eis. Kalt. Vergänglich. Überall da und schnell wieder weg. Banal. Und unglaublich schön.


Ice. Cold. Transient. Omnipresent and quickly gone. Mundane. And incredibly beautiful.

Yours truly